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Kultur: Politisch korrektes Schach vorgestellt

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Berlin (CO). Die Männer- und Frauenliga des Schachbundesvereins Berlin, deren Ehrenmitglied (möglicherweise ohne sein Wissen)  Klaus Wowereit ist, wagte einen fortschrittlichen Vorstoß in Richtung Gleichberechtigung.  Der sozialistische Verein beklagt vielerlei Mißstände an dem seit alters her bekannten Spiel.

So sei Schach ein monarchistisches Kriegsspiel, das zudem zutiesft rassistisch und menschenverachtend sei. Zunächst gäbe es in diesem Spiel keinerlei Arbeiter, nur Bauern. In der DDR hätten sich fortschrittliche Ansätze zur Anpassung des Schachspiels  nicht mehr durchsetzen lassen. Das ZK der SED wollte im 10. Fünfjahresplan 4 der 8 Bauern jeder Seite durch Arbeiter ersetzen lassen. Heute müsse man Quotenmäßig zwei Bäuerinnen, zwei Bauern, zwei Arbeiterinnen und zwei Arbeiter pro Partei einsetzen. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen müsse je eine Spielfigur “Hartz-IV -Empfänger_in” sein, und je eine der Bauern/Arbeiter müsse einen Migrationshintergund haben. Eine weitere Figur müsse homosexuell sein, eine weitere behindert.

Desweiteren müsse endlich der unsägliche Rassismus im Schachspiel abgeschafft werden, denn man könne nicht im 21. Jahrhundert noch  „Schwarze“ gegen „Weiße“ spielen lassen. Die Kolonialzeit sei vorbei, und Rassenkonflikte (die es mangels Rassen gar nicht gibt) dürfe man nicht spielerisch sondern nur erzieherisch austragen. Man regte bunte Figuren für beide Seiten an, die nicht unterscheidbar sein sollen, – weil alle Menschen gleich und einzigartig individuell zugleich sind.

Der König und die Königin sollten gendergerecht geschlechtsneutral sein, und dementsprechend auch gleiche Spielzüge ausführen dürfen. Die Unterdrückung des ehemaligen Königs, der nur kleine Schritte habe machen dürfen, durch die Königin gehöre abgeschafft. Männer sollten nicht länger unter dem Pantoffel der Frauen stehen. Widerspruch kam hier von der Gendergruppe Schwarzer devoter Transen. Die gleichgestellte Königin habe immer noch mehr Möglichkeiten zu haben, so aus dem „Aktionskreis Gerechtigkeit im Schach“ der EMMA- Redaktion. Die ehemaligen Monarchenpaare werden künftig „Bundeskanzler_innen“ heißen und nur geradeaus, vorwärts und links herum „springen“dürfen, – jedoch nie zurück und erstrecht nicht nach rechts, „das wäre ein vorzeitiges Schach-Matt“.

Springer werden durch ökoligisch bewusste Fahrradfahrer ersetzt um den Pferden unmenschliche Transportwege zu ersparen. Türme als Sinnbild der Mauern und Wachtürme, der Grenzen und Schlösser werden gänzlich abgeschafft und an deren Stelle mobile Windräder eingesetzt. Je geschickter man seine Windräder einsetze, desto mehr Punkte erziele man.

Das Spielziel des neuen fortschrittlichen Schach ist nicht eine Partei militaristisch vom Feld zu schlagen, sondern im Gegenteil soviele weitere Bauern und Arbeiter auf das Spielfeld zu bekommen, bis es voll ist. Hierbei ist strengstens auf Quoten aller Art zu achten. Wer am Ende die meissten Bauer_innen, Arbeiter_innen und Punkte hat, darf diese dann sozialistisch umverteilen und dem „Unterlegenen“ schenken. So wird es keine Verlierer mehr geben, und keine Ungerechtigkeiten.

Das neue Schachspiel wird voraussichtlich ab dem nächsten Schuljahr Pflichtfach im Rahmen des Sport- und Ethikunterrichts an allen deutschen Schulen. Hergstellt werden die Schafiguren im geschlossenen Strafvollzug um dort zur Resozialisierung Beitrag zu leisten. Das alte Schachspiel werde ab 2012 nicht mehr hergestellt.

Bild (Peter Panter, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0): Altmodische kapitalistische Schachfiguren.

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